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05.02.2014 –  aus der Kategorie: Verband, Sieg, Umwelt-&Artenschutz
Von: Marion Meitzner

Wildlachszentrum Rhein-Sieg erhält 250.000 Lachseier

„Der Vision, die Lachsbestände in unseren Gewässern aus eigenen Vorkommen zu sichern, sind wir einen großen Schritt näher gekommen“, freut sich der Projektleiter des Wildlachszentrums Rhein-Sieg Armin Nemitz.

Und zu recht: Die ersten Lachseier sind angekommen. Am vergangenen Mittwoch erhielt das „Wildlachszentrum Rhein-Sieg“ die erste Lieferung von über 250.000 befruchteten Lachseiern vom Kooperationspartner, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Damit ist nun auch die Erbrütungsanlage des Wildlachszentrums in Betrieb genommen worden. Viele Hände haben an diesem Tag mit angepackt, um die Lachseier aus Styroporboxen in die Erbrütungsrinnen aufzulegen.

Bevor die Eier auf die einzelnen Zuchteinsätze verteilt werden konnten, mussten sie ein Desinfektionsbad nehmen. Unterstützt wurden die Mitarbeiter des Rheinischen Fischereiverbands von 1880 e. V. und der Stiftung Wasserlauf NRW von Gerhard Stolf, Fischzuchtmeister aus Albaum (Fachbereich Fischereiökologie des LANUV), Gert Holdensgaart, dänischer Lachszuchtexperte (Danmark Center for Vildlaks) und Wilhelm Kreutzmann (Siegfischereigenossenschaft). „Jetzt heißt es, den Erbrütungsverlauf jeden Tag zu kontrollieren. Wir müssen abgestorbene Eier aussortieren und die Entwicklung der Eier genau im Auge behalten“, so Sven Wohlgemuth, Fischwirt des Rheinischen Fischereiverbands. Und wenn alles gut geht, dann schlüpfen Mitte bis Ende März die ersten Dottersacklarven.

Das „Wildlachszentrum Rhein-Sieg“ ist die erste Aquakulturkreislaufanlage für Wildlachse in Deutschland und dient dem Artenschutz. Sie besteht aus einer Erbrütungseinheit, einer Einheit für die Aufzucht der jungen Lachse sowie die Haltung und Zwischenvermehrung der Lachsrückkehrer. Ziel ist es, den Sieglachsstamm weiter aufzubauen und zu sichern und damit die Wiederansiedlungsbemühungen am ganzen Rheinsystem voran zu treiben. Neben der Fischaufzuchtstation des LANUV in Albaum, sollen im Wildlachszentrum pro Jahr bis zu 200.000 Junglachse produziert und im Herbst 50 bis 60 Laichpaare angenommen werden. Das Zentrum befindet sich auf dem Betriebsgelände des Wahnbachtalsperrenverbands in Siegburg, der damit auch ein wichtiger Kooperationspartner ist. Der Bau der Anlage wurde mit finanzieller Unterstützung des europäischen Fischereistrukturfonds (EFF), mit Fördermitteln des Landes NRW und vieler weiterer Kooperationspartner der organisierten Angelfischerei realisiert. Die Stiftung Wasserlauf setzt das Projekt im Rahmen des Wanderfischprogramms um.

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