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14.10.2013 –  aus der Kategorie: Verbandsjugend, Verband
Von: Egon Lüttke

2. Naturerlebnistag der Anglerjugend des Rheinischen Fischereiverband von 1880 e.V.

Es war früher Morgen als zahlreiche Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern, zum 2. Naturerlebnistag, in Buisdorf eintrafen.

Ein auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnittenes Angebot wurde vom Landesjugendwart Frank Kleinwächter sorgfältig vorbereitet. Unterstützt wurde er von seiner Frau Petra Makowika und dem Jugendschatzmeister Hanns Peter Hönigs. Unter dem Schwerpunkt Natur und Unterwasserfauna wurde den interessierten Jugendlichen in Filmbeiträgen, Vorträgen aber auch in einer praktischen Vorführung das Thema spannend und unterhaltsam präsentiert.

Gastgeber dieses 2. Erlebnistages war wieder der Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V., der vor drei Jahren bereits sein 100jähriges Bestehen feierte. Ohne zu zögern stellte der Verein den Kindern erneut sein neues Vereinshaus, welches direkt unterhalb des Siegwehres liegt, zur Verfügung.

Sichtlich beeindruckt waren die Kids als der Vorsitzende des Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V., Hubert Linden, von der Sieg, dem Buisdorfer Wehr und dem Entstehen der Monitoringanlage erzählte. So erfuhren die jungen Zuhörer, dass das Wehr bereits im Mittelalter als Schrägwehr entstand und später zum Sturzwehr umgebaut wurde. Der Vorsitzende erzählte vom langen Weg, den es brauchte, bis das Querbauwerk für die katadromen und anadromen Wanderfische wieder passierbar wurde. Stolz wies er darauf hin, dass dieses auch mit finanzieller Unterstützung der Fischereivereine an der Sieg geschah und dadurch das sensible Ökosystem Fluss gerettet werden konnte. Aber der gute ökologische Zustand, den die Wasserrahmenrichtlinie fordert, ist noch nicht erreicht, so Hubert Linden. Ideal wäre es wenn der Fluss sich sein „Bett“ wieder selber gestalten könnte, er wieder frei mäandern dürfte.

Sven Wohlgemuth, Fischwirt beim Rheinischen Fischereiverband von 1880. e.V., demonstrierte, unterstützt durch Wilhelm Kreutzmann, in einer praktischen Vorführung die Funktion der Fang- und Kontrollstation. Gespannt schauten die jungen Teilnehmer auf die große, schwere Fangkammer, als ein großer Kran diese aus dem Wasser hob. Würde eine Meerforelle darin sein, oder gar ein Lachs? Dicht um die Fangkammer gedrängt waren die Erwartungen groß. Die Wahrscheinlichkeit einmal aufsteigende Großsalmoniden zu sehen, war an dieser Kontrollstation größer als anderswo in Nordrheinwestfalen. Aber aufgrund des niedrigen Wasserstand in der Sieg war kein Aufsteiger in der großen Fangkammer. Nur ein kleiner Flussbarsch, dem der Fahrstuhl gar nicht geheuer schien, posierte in seinen kräftigen Farben. Erst bei steigendem Wasserstand werden die Lachse wieder aufsteigen wusste Sven Wohlgemuth den Kids zu berichten.

Ein ganz besonderes Erlebnis des Tages war ein riesiger Signalkrebs, den die Siegfischer in einem Zufluss der Sieg fingen. Diese nicht heimische Krebsart ist auch Überträger der Krebspest und somit auch schuld, dass unsere heimischen Edelkrebse fast ausgestorben sind, lernten die Kinder. Keine Berührungsängste hatten die Mädchen und Jungen als der Signalkrebs, mit den Scheren drohend, auf sie zukrabbelte. Mit einem beherzten Griff, den Krebs von hinten packend, so das die gefährlich winkenden Scheren nicht an die Finger kamen, wurde der aus dem amerikanischen Raum eingeschleppte Krebs ausgiebig begutachtet.

Nach der praktischen Vorführung, es war bereits Mittagszeit, gab es ein deftiges, leckeres Mittagessen für alle Teilnehmer. Dazu hatte der Fischschutzverein in seinen gemütlichen Clubraum geladen. An festlich geschmückten Tischen stärkte man sich für den 2.Teil des Naturerlebnistages.

Nach dem Essen erklärte Sven Wohlgemuth den Mädchen und Jungen den river watcher. Ein voll automatisiertes System um Fische per Infrarotstrahlen zu fotografieren und zu registrieren, um dann diese Daten per Funk auf einen Rechner in das Vereinshaus des Fischschutzvereins zu übermitteln. Dort werden die Bilder ausgewertet und archiviert. Erstaunt waren nicht nur die Kids, sondern auch die Betreuer, von der guten Bildqualität des Systems. Zu einem Film zusammengeschnittene Videosequenzen zeigten qualitativ so gute Aufnahmen, dass fast alle Kids die Fische ohne Schwierigkeiten identifizieren konnten.

Im Anschluss an diese Vorführung wurde es noch einmal still im Clubraum des Fischschutzvereins. Tief beeindruckt waren alle von dem folgenden Film „Sind unsere Flüsse noch zu retten“ von der European Anglers Alliance (EAA) und der European Fishing Tackle Trade Association (EFTTA), über die Auswirkung der Wasserkraft. Diese nachdenkliche, tiefe Stille während der Vorführung, wurde unterbrochen durch Proteste der Jugendlichen als sie die schrecklichen Bilder von verstümmelten und zerhäckselten Fischen aus den Turbinen sahen. Hier wurde eindrucksvoll verdeutlicht, dass Wasserkraft nicht in jedem Fluss die Alternative sein darf.

„Ihr seit jetzt kleine Botschafter, um vieles die Wasserkraft betreffend aufzuklären“, gab Frank Kleinwächter den Mädchen und Jungen mit auf den Weg in ihre Heimatvereine.

Nach diesen eindrucksvollen Vorführungen, gingen die Kinder und Jugendlichen aus den Vereinen ASC Kruppsee, SAV von 1923 e.V. Bayer Dormagen-Zons, ESV Blau Weiß Düsseldorf 1926 e.V., ASV Petri Heil 04 e.V. Düsseldorf und dem Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V. zwecks Bestimmung heimischer Fischarten an die Sieg. Eingewiesen in das für die Kids unbekannte Gewässer wurden die Mädchen und Jungen von erfahrenen Anglern und Gewässerwarten des Fischschutzverein Siegburg Klaus Weisser, Martin Schuhmacher, Heiko Nellen und Achim Zank gaben hilfreiche Tipps und standen den Jugendlichen Gästen mit Rat und Tat zur Seite.

Zum Abschluss dieses 2. Naturerlebnistages freuten sich die Kids des Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V. über ein originelles sowie auch praktisches Geschenk der Gäste. Als kleines Dankeschön überreichte Landesjugendwart Frank Kleinwächter eine hochwertige Castingrute und ein kleines Ahrenbergtuch an Jugendwart Martin Schuhmacher - für den Einstig in den Castingsport.

Das Feedback der Kinder zeigte, dass auch der 2. Naturerlebnistag eine ausgewogene, spannende und erlebnisreiche Veranstaltung war. Dazu gebührt dem gastgebenden Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V., für die Durchführung und herzliche Bewirtung, ein großes Dankeschön.


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